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Der Morbus Crohn lebt mit mir!

Morbus Crohn: Mein Schmerz-Höhepunkt oder "der Weg der Qualen"

23. November 2021

Mein erster Krankenhausaufenthalt (2001) im meinem Leben - meine Geburt ausgenommen 😉 - verlief eigentlich sehr entspannt. Montags ging es rein, ein paar harmlose Untersuchungen und Gespräche und freitags wieder raus. Heute würde ich sagen, dass damals darauf spekuliert wurde, dass ich mit meinen Bauchschmerzen nach Aufmerksamkeit ringe. In anderen Worten war ich ein gesunder Junge der nur "simulierte"... Gesund war allerdings nicht die richtige Beschreibung!

Das weitere Jahr wurde nicht besser. Im Gegenteil, die Bauchkrämpfe wurden schlimmer und schlimmer. Es ging soweit, dass mich der Krampf für mehrere Sekunden außer Gefecht setzte. Auch hier galt mein Motto: Nichts anmerken lassen. Aus heutiger Sicht mehr als nur dumm, sondern lebensgefährlich.

Nun gut, zurück zu den Bauchkrämpfen... Diese haben jetzt natürlich ihren dicksten Kumpel - die Blähungen - mitgebracht. Hinzu kam quasi ein immer nervöserer Magen / Bauch. Dieser sorgte dafür, dass ich bei jedem Test oder jeder Klassenarbeit in der Schule auf Toilette rennen musste, was natürlich immer wertvolle Zeit war. Also kam hier auch eine neue Stresssituation hinzu 😔

Das Ganze steigerte sich dann bis Februar 2002, wo sich der "Krankenhausaufenthalt ohne Ergebnis" fast jährte. Ich war ganz normal in der Schule und hatte mich bereits bis zur ersten großen Pause mit den für mich schlimmsten Dauerbauchschmerzen bzw. Dauer-Bauchkrämpfen gequält. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich weder Durchfall, noch mich erbrochen. Ich lief einfach gebückt herum, wie ein hundertjähriger Mann. In der dritten Schulstunde wurden die Schmerzen dann so unerträglich, dass ich meinen inneren Schweinehund überwinden musste und meine Mama anrief (damals noch ohne Handy ☝️) "Hol mich bitte ab! Wir müssen zum Arzt!"

Es ging nichts mehr bei mir. Von der Schule sind wird direkt zum Hausarzt. Unterwegs wollte ich nicht mehr... Die Schmerzen waren unerträglich geworden. Die Schmerzen waren so heftig, dass ich mich auf der Straße übergeben musste und mein Kreislauf abbaute. Ich wollte - nein - ich konnte die 10 Meter bis zur Praxis nicht mehr gehen. Meine Mama hatte es irgendwie doch noch geschafft mich in die Praxis zu bekommen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr wie. Ich weiß nur noch, dass ich vor der Toilette saß und mich weiter übergeben musste. Dann umgab mich ein Schleier und ich weiß nur noch, dass ich in einem Raum mit Pritsche lag, mein damaliger Hausarzt mich noch untersuchte und einen akuten Blinddarmdurchbruch vermutete. Dementsprechend wurde mir noch ein starkes Schmerzmittel - ich glaube es war sogar Morphium - verabreicht. Mein Hausarzt, meine Tante - die dort in der Praxis arbeitete - kamen ständig nach mir schauen. Meine Mama war auch die ganze Zeit da, mein Papa kam dann von der Arbeit auch noch dazu. Zwischenzeitlich wurde auch der Krankenwagen gerufen, welcher scheinbar gefühlte Stunden benötigte - zumindest hat mein Hausarzt die Sanitäter ziemlich zusammengefaltet (zumindest meine benebelte Wahrnehmung) und war bis zu deren Ankunft richtig geladen.

Endlich war der Krankenwagen gekommen. Für mich ging es als "Notfall" - gefühlt hatte der Krankenwagen keine Eile, aber ich kann mich auch gewaltig irren 😅 - in das Bad Emser Krankenhaus, wo es direkt zur Not-OP kam...

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