Mein Morbus Crohn
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10. Dezember 2021
Achtung: Meine Aussagen beruhen auf keinerlei wissenschaftlichem Hintergrund! Es kann also auch anders sein und spiegelt hier nur meine persönliche Wahrnehmung wieder.
Jeder Morbus Crohn ist so individuell wie der Mensch selber. Es gibt bestimmt viel Verläufe, die sich sehr ähneln, aber meiner Meinung nach ist kein Verlauf oder keine Form von Morbus Crohn gleich.
Ich gehöre zu der Gruppe des statistisch gesehen am häufigsten betroffenen Bereichs: Die Stelle zwischen Dickdarm und Dünndarm. Wobei es damals hieß, dass ich eher eine Morbus Crohn untypische Stelle hätte... so ändert sich das über die Jahre. Denn hier kann man glücklicherweise sagen, dass zu CED in der Wissenschaft bzw. Medizin stetig weiter geforscht wird. Die Aussagen werden präziser, weil immer mehr Studien und Erfahrungswerte vorhanden sind. Beispielsweise hatte man zu meiner Zeit der Diagnose (2002) relativ wenige Pfeile im Köcher was die medikamentöse Behandlung von Morbus Crohn anging. Heute hat der Köcher viel mehr Pfeile, die auch noch deutlich besser fliegen und ihr Ziel zuverlässiger treffen.
Die Stelle zwischen Dickdarm und Dünndarm liegt quasi genau neben dem Blinddarm, was zur Erstdiagnose Blinddarmdurchbruch führte und somit zur Not-OP. Und wie gesagt: Meinen Blinddarm habe ich noch heute! Meine "Regel"-Symptome waren damals vor der Diagnose und auch noch heute Bauchschmerzen bzw. Bauchkrämpfe und Blähungen. Bei unverträglichem Essen habe ich eher mit Erbrechen zu tun, als mit Durchfall - kann aber auch vorkommen, dass etwas "durchschlagende" Wirkung hat 😅. Vor oder besser der Start eines Schubes beginnt bei mir mit Appetitlosigkeit, gefolgt von Erbrechen übergehend in Durchfall, der dann bleibt (ohne Blut!). Glücklicherweise hatte ich dies bisher nur 2x (einmal vor der Diagnose und dann noch ein weiteres Mal). Heute weiß ich für mich, dass ich mich bei meinem Gastroentrologen melden muss, sobald die Bauchkrämpfe anfangen und sich vor allem über 4-5 Wochen immer wiederholen (ggf. sogar die Abstände zwischen den Bauchkrämpfen kürzer werden). Hier habe ich das Glück, dass dies nur der Fall ist, wenn ich medikamentenfrei unterwegs bin (hierzu ein anderes Mal mehr 😉).
In den "schlechteren" Phasen ist aber so, dass die Bauchkrämpfe nicht ohne Grund da sind. I.d.R. bilden sich bei mir in diesen Zeiten im Darm Fisteln, welche via Darmspiegelung (Koloskopie) erkannt werden. Die Fisteln bilden sich bei frühzeitiger Erkennung und richtiger Behandlung (bei mir sind Medikamente ausreichend) wieder zurück, sodass man in "guten" Phasen sogar überhaupt nichts mehr von diesen sieht.
Ansonsten gibt es immer mal Begleiterscheinungen (-erkrankungen) um den Morbus Crohn. Es gibt garantiert auch Begleiterscheinungen, die dazu zählen, welche ich aber nicht als solche wahrnehme. Was ich aber auf jeden Fall dazuzählen kann, sind Hautprobleme. Extrem trockene Hautstellen, die ich früher vor allem in stressigen Wochen und in den Wintermonaten bekommen hatte. Aktuell ist so, dass ich mich schon seit längerem nicht mehr damit herumärgern musste.
So... das war jetzt meine persönliche Wahrnehmung meiner Morbus Crohn Symptome. Ich möchte nochmals betonen, dass hier um mein Morbus Crohn handelt. Dein Morbus Crohn kann ganz anders sein. Auch die Diagnose Morbus Crohn lässt sich nicht alleine an den Symptomen festmachen, hierzu gehören noch einige Untersuchungen und Werte. Letztendlich kann dir nur der Facharzt die richtige Antwort geben.
Wie sieht es aktuell bei mir aus?
Aktuell habe ich alles im Griff 😎. Ich bin medikamentös gut eingestellt und mir geht es einfach gut! 😊 D.h., aktuell sind meine Symptome quasi bei 0. Trotzdem heißt es nicht darauf ausruhen, sondern am Ball bleiben und immer mal wieder in sich reinhören.
