Der 2. Krankenhausaufenthalt wegen Morbus Crohn
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04. Februar 2022
Bei Morbus Crohn redet man von einem schubweisen Verlauf der Krankheit. D.h., es gibt Phasen, in denen alles "normal" - also symptomfrei - ist (Remissionsphase). Dann hat die Krankheit wieder einen Schub und sorgt für die einem persönlich bekannten Symptome.
Nach meinem 1. Schub erhielt ich meine Diagnose Morbus Crohn. Mein 2. Schub war dann direkt nach meiner beruflichen Ausbildung und insofern besser, dass es von vornherein klar war, dass mein Morbus Crohn wieder aktiv ist.
Zunächst hatte mein damaliger Hausarzt seine Register gezogen, welche leider nichts halfen. Somit blieb ihm nur noch mich ins Krankenhaus einzuweisen. Das war zwar scheiße, aber mein Gedanke war nur noch: "Hauptsache es geht mir jetzt wieder besser!" Los ging es nach Montabaur ins Krankenhaus, wo ich eigentlich dachte, dass die nächsten Schritte klar seien. Dies war dann aus meiner Sicht leider nicht der Fall. Es lief etwas unkoordiniert ab. Auf Station angekommen, hatte ich sogar erst noch etwas zu Essen und Trinken hingestellt bekommen. Allerdings hatte ich solche schmerzen, dass ich nicht wirklich Hunger hatte. Dann galt es die diversen Untersuchungen (hierzu werde ich auch nochmal einen eigenen Beitrag machen) über mich ergehen zu lassen:
- Blutabnahmen
- Ultraschall
- Darmspiegelung (Koloskopie)
- MRT
Das schlimmste war eigentlich das Abführen für die beiden letzteren Untersuchungen. Eine Vorbereitung auf z.B. eine Darmspiegelung macht auch so schon keinen Spaß, aber wenn man starke Schmerzen und Krämpfe hat und einem schlecht ist, dann ist das die absolute Hölle! 🤢 Dafür hatte ich eine schöne Krankenwagen-Fahrt nach Koblenz zum MRT 🙈
Irgendwann waren die Untersuchungen soweit durch, dass die weitere Behandlung klar war: Flüssignahrung über einen zentralen Venenkatheter (ZVK) Hierbei war es sehr blöd, dass keinerlei Kommunikation stattfand, sondern es einfach hieß: "Er benötigt jetzt schnell einen ZVK!" Für meine damalige Freundin und heutige Frau, die Physiotherapeutin ist, sind zu dem Zeitpunkt mit dem Stichwort "ZVK legen" diverse Horror-Szenarien durch den Kopf gegangen. Niemand war in der Lage zu sagen warum, wieso und weshalb das Ganze jetzt stattfindet. Letztendlich bekam ich den ZVK, um darüber die "Flüssignahrung" zu erhalten, damit mein Darmtrakt ruhig gestellt wird und dieser sich erholen kann. Parallel gab es natürlich auch den Klassiker: Cortison Mein bisheriges Medikament wurde ebenfalls ersetzt. Für den noch aktiven Schub musste ich das Salofalk zunächst noch weiter einnehmen. Dann wurde es abgesetzt und ich hatte nur noch ein Medikament einzunehmen: Azathioprin
Am Ende stand ein 3-wöchiger Krankenhausaufenthalt zu buche. Mit vielen Besuchen von Familie, meiner Freundin (heutige Frau 😘), Freunden und Arbeitskollegen. An der Stelle möchte ich entsprechend allen auch einfach mal DANKE sagen! Für das Verständnis, für die Unterstützung - einfach für alles 😊 Auch wenn der Aufenthalt seitens der Ärzte manchmal koordinierter und kommunikativer hätte sein können, möchte ich den Ärzten, Krankenschwestern und Krankenpflegern für ihren unermüdlichen Einsatz DANKE sagen!
Unterm Strich steht für mich ein erfolgreicher Krankenhausaufenthalt zu buche: Mir ging es wieder besser - für gut musste ich danach allerdings noch ein paar eigene Schritte gehen.
Für mich war im Nachhinein das Wichtigste an diesem Krankenhausaufenthalt, dass
- ich medikamentös neu eingestellt wurde
- sich mein Blick auf Morbus Crohn neu justiert hat
- ich mich nochmals neu / anders mit Morbus Crohn auseinandergesetzt habe
- ich das Zepter über mein Morbus Crohn übernommen habe
Was dies im Detail bedeutet und welche Konsequenzen ich für mich zog, vertiefe ich dann im nächsten Beitrag. Also schön dran bleiben und weiterlesen 😉
