Untersuchungen bei Morbus Crohn
Letzte Beiträge
02. März 2022
Bei meinen bisherigen Posts, inbesondere bei der Diagnose und meinem 2. Krankenhausaufenthalt, habe ich immer mal Untersuchungen bei Morbus Crohn erwähnt. Heute möchte ich diese nochmals vorstellen. Dabei möchte ich einmal einen Überblick über die aktuell gängisgten Untersuchungen geben, wobei ich hier vor allem auf bereits bestehendes Verweise, und einmal meine persönlichen Erfahrungen mit der jeweiligen Untersuchungsform.
Die Untersuchungen bei Morbus Crohn sind unterschiedlich aufwändig und kostenintensiv, was aber überlicherweise durch die Krankenkasse übernommen wird. Dabei habe ich folgende Untersuchungen erfahren, was Reihenfolge (von oben nach unten) und Häufigkeit (absteigend von oben nach unten) angeht:
Detailliertere Informationen zu den Untersuchungsformen
Die "Details" zu den einzelnen Untersuchungen könnt ihr den nachfolgenden Links entnehmen. Der Inhalt ist jeweils derselbe, jedoch möchte ich einfach verschiedene Quellen aufzeigen.
- https://www.ced-trotzdem-ich.de/die-diagnose-verstehen/morbus-crohn/diagnose
- https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/morbus-crohn/diagnose/
- https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/morbus-crohn/untersuchungen-diagnose.html
- https://www.kompetenznetz-darmerkrankungen.de/untersuchungen
Meine Erfahrungen
Jede Untersuchungsform hat ihre Vor- und Nachteile. Das Zusammenspiel der einzelnen Untersuchungen ist letztendlich entscheidend für den Erfolg. Da die Untersuchungsformen unterschiedlich genau und angenehm sind, insbesondere was die Vorbereitung und Untersuchungsdauer angeht, werden die Untersuchungen, wie oben abgebildet, aufeinander aufbauend eingesetzt.
Die Laboruntersuchung und der Ultraschall sind dabei die angenehmsten Untersuchungen, weil man hier meistens, wenn überhaupt, nur nüchtern zur Untersuchung kommen muss.
Bei der Darmspiegelung und dem MRT / CT sieht das schon anders aus. Bei beiden Untersuchungsformen muss man nicht nur nüchtern, sondern komplett leer sein. D.h., am Tag vor der Untersuchung muss man Abführen. Das Abführen selbst ist gar nicht das Problem, sondern das Mittel was zur Abführung getrunken werden muss *kotz*. Wenn man dann, wie ich, kein Viel-Trinker ist, wird auch die Menge eine Herausforderung. WObei ich sagen muss, dass die Abführmittel schon deutlich besser und angenehmer geworden sind. Beim MRT / CT kommt dann noch hinzu, dass man - je nach Variante - kurz vor der Untersuchung noch zusätzlich eine Flüssigkeit (z.B. Zuckerwasser) trinken muss.
Abschließend möchte ich mit dir noch meine Erfahrungen zu den Untersuchungen teilen und gleichzeitig nochmals betonen, dass dein Gastroentrologe des Vertrauens weiß was wann sinnvoll ist. Er oder sie wird so patientenschonend und sinnvoll wie möglich die Untersuchungsform wählen. Denn eins ist auch klar, je nach Gesundheitszustand sind die Untersuchungen oder besser die vorbereitenden Maßnahmen unterschiedlich angenehm.
Laboruntersuchung
Die Laboruntersuchung ist wohl die klassischste Form. Diese erfolgt regelmäßig und passt sich der aktuellen Therapieform an. Ohne Medikamente hatte ich eine monatliche Überwachung, damit frühzeitig auf steigende Entzündungswerte reagiert werden kann. Aktuell mit Stelara als 3-Monats-Spritze bin ich auch im 3-Monats-Rhythmus was die Kontrolle angeht.
Blut
Zu Beginn meiner Morbus Crohn Zeit wurde nur mein Blut untersucht und auf die Leukozyten geachtet. Dies war der Entzündungsindikator Nummer 1. Heute dienen meine Blutwerte eher zur generellen Überwachung, um eventuelle Nebenwirkungen bzw. Medikamentenverträglichkeit oder andere "Probleme" frühzeitig festzustellen. Die Leukozyten sind als Morbus Crohn Indikator zu spät, weshalb mein Arzt diesen nur noch als zusätzlichen Wert nutzt.
Stuhl
Die Stuhlprobe ist für mich erst in der Gastro-Praxis als regelmäßige Untersuchungsform hinzugekommen. Bei der Stuhlprobe wird das Calprotectin betrachtet. Sobald dieser Wert zu hoch wird, darf ich in meiner Gastro-Praxis vorstellig werden. Das Gute hier ist, dass dieser Wert deutlicher schneller und sensibler reagiert, als die Leukozyten im Blut. Somit werden Verschlechterungen frühzeitig sichtbar und verhindern schlimmere Verläufe. Zumindest ist dies bei mir der Fall - mein Bauch deutet diese Werte dann aber auch schon an.
Ultraschall
Die Ultraschall-Untersuchung ist ein Klassiker. Bis zur Gastro-Praxis war diese Untersuchung der Standard, sprich jedes halbes Jahr oder wenn Verschlechterungen auftraten. Da hierüber vor allem Verdickungen im Darm gesucht bzw. gefunden werden und das nicht mein Hauptproblem ist, ist der Ultraschall schon länger nicht mehr bei mir zum Einsatz gekommen.
Endoskopie (Darmspiegelung)
Immer wenn es etwas schlechter geht oder eine Veränderung der Therapie ansteht, wird bei mir eine Darmspiegelung durchgeführt, spätestens aber alle 2-3 Jahre. Ich lasse die Untersuchung immer unter einem leichten Narkosemittel und mit CO2 (zum Aufblähen des Darms während der Untersuchung) durchführen. Das CO2 kostet zwar extra, hat aber den großen Vorteil, dass es sich super schnell wieder abbaut - der Blähbauch nach der Untersuchung entfällt quasi. Bei der Untersuchung wird sich die Darmwand angeschaut, sprich sind Löcher (Fisteln) oder Verengungen zu finden. Der große Vorteil bei dieser Untersuchungsform ist, dass wenn etwas "böses" gesehen wird, direkt auch eine Probe genommen werden kann.
MRT (Hydro-MRT) / CT
Die seltenste Form der Untersuchung ist - zumindest bei mir - das MRT (Hydro-MRT) und CT. Diese Untersuchung hatte ich eigentlich nur bei meinen beiden akuten Schüben zur genaueren und "großflächigeren" Untersuchung und Nachkontrolle, um halt wirklich alles zu sehen - auch außerhalb des Darms. Das Hydro-MRT ist dabei die Wahl für Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, da diese exakt auf die betroffenen Stellen im Dick- und Dünndarm spezialisiert sind. Da diese Untersuchungsform sehr teuer ist, wird diese auch erst im letzten Schritt eingesetzt. Es kommt immer auch darauf an, ob die Darmspiegelung schon ausreicht oder es befürchtet wird, dass man nicht alles sieht.
