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Der Morbus Crohn lebt mit mir!

Morbus Crohn und Stress

09. Juli 2022

Beim letzten mal ging es um Prüfungen mit Morbus Crohn. Ein Stressfaktor für vor allem jüngere Menschen. Später wird es anderer Stress: auf der Arbeit, in der Beziehung, in der Familie, pünktlich zu Terminen kommen (z.B. Training oder Fußballspiel), Sachen die Spaß machen, Sachen die weniger Spaß machen usw.

In Situationen, die man nicht selbst beeinflussen kann - im Sinne von vermeiden oder umgehen - helfen mir kleine Routinen. Die eine oder andere Routine kennen sogar schon meine Kinder (5 und 3 Jahre alt): "Papa, musst du nochmals auf's Klo bevor wir fahren?!"
Andere nehmen diese Routinen unterschiedlich war: Verständnis, nervig usw. Häufiges Thema bei uns ist die Pünktlichkeit - meine Frau setzt uns bei wichtigen Terminen frühere Abfahrtzeiten, damit ich noch meinen Ablauf durchführen kann.
An der Stelle an meine Frau: Danke für dein Verständnis und deine Unterstüzung!

Sind die Routinen erfolgreich durchlaufen, ist das Nachfolgende i.d.R. sehr entspannt. Toilettengänge sind dann eher die Seltenheit.

Bisher war die aber eher herbeigeführter und kurzfristiger Stress: Prüfung ablegen, pünktlich sein usw.
Diese Art von Stress ist zwar auch nervig, ist aber zum Glück schnell verflogen. Bei manch einer hochstressigen Prüfung für mich war bzw. ist es sogar so, dass mein Körper sich direkt danach eine Auszeit gönnt, sprich ich bin den restlichen Tag platt und brauch nichts mehr anspruchsvolles zu machen.
Schlimmer als dieser kurzfristige Stress, ist langanhaltender Stress, den man nicht richtig wahrnimmt, z.B. auf der Arbeit. Wenn dann dieser Stress noch negativ behaftet ist, z.B. weil die aktuelle Tätigkeit keinen Spaß macht oder man Druck gemacht bekommt, nimmt das Unheil seinen Lauf. Nach mehreren Tagen - ohne wirkliches Abschalten (z.B. Joggen gehen oder einfach mal nichts tun) - beginnt man Körper so langsam erste Signale zu senden: häufiger müde, mehr Lust auf Süßigkeiten, generell mehr Lust auf ungesundes Essen, innere Unruhe usw. Dies führt dann dazu, dass bei mir die nächsten Schritte getriggert werden, sodass nach mehreren Wochen (unterschiedlich schnell, meist abhängig von äußeren Einflussfaktoren (z.B. Wetterwechsel) und Stressintensität) die nächsten Signale kommen: Bei mir beginnen dann erste leichte Bauchkrämpfe.
Jetzt bin ich spätens gewarnt! Ich versuche wieder "Normalität" reinzubekommen. Runter zu kommen, Stress abzubauen, wieder besser essen und was sonst in der Zeit davor schlecht war. Dann gebe ich meinem Körper 2-3 Wochen Zeit, um sich wieder zu erholen. Häufig klappt das auch bei mir, sodass ich dann wieder Beschwerde frei bin. Wenn es allerdings dann gleichbleibend oder sogar schlechter ist, geht es direkt zu meinem Gastroentrologen. Normalerweise heißt das dann bei mir Darmspiegelung und schauen was Sache ist. Daraufhin wird dann die weitere Therapie ausgerichtet. Danach geht es mir mir aber dann auch wieder besser. Dementsprechend war ein Krankenhausaufenthalt schon lange kein Thema mehr bei mir.
Also, keinen falschen Stolz und lieber früher als später den Gang zum Arzt seines Vertrauens antreten!

Neben dem "negativen" Stress (bisher beschrieben) gibt es allerdings auch "positiven" Stress. "Positiver" oder "guter" Stress ist Stress bei Tätigkeiten, die einem Spaß machen oder Stress, der kurzfristig notwendig ist um ein bestimmtes Ziel zu erreichen und dann wieder weg ist.
Diese Art von Stress ist zwar positiv behaftet, führt bei mir aber auch zu Problemen. Allerdings muss ich sagen, dass es deutlich länger dauert bis dieser Stress sich negativ auswirkt - auch Gegenmaßnahmen wirken schneller.

Letztendlich bleibt Stress Stress! Also pass auf dich auf und höre auf deinen Bauch!

Abschließend möchte ich dir noch ein paar Links zum Thema Stress und Stressbwältigung mitgeben:

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