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Der Morbus Crohn lebt mit mir!

Arbeiten und Morbus Crohn

20. März 2023

Die Akzeptanz mit einer chronischen Krankheit ist häufig nicht so einfach. Gerade in der Anfangszeit, wenn man gerade die Diagnose erhalten hat, oder wenn man an entscheidenden Stellen seines Lebensweges (z.B. Familiegründen, Beginne eines Studium oder wechsel des Arbeitgebers) steht, schwierem einem verschiedene Fragen durch den Kopf: Wird meine chronische Krankheit akzeptiert? Behalte ich meine Krankheit lieber für mich? Was mache ich in Phasen, wo es mir schlecht geht? Wie gehe ich mit der Situation um? Gehe ich offen damit um?
Die Liste der Fragen lässt sich beliebig erweitern und sind zusötzlich noch individuell geprägt. Heute möchte ich meine Erfahrungen und weitere Erfahrungen im Kontext der Arbeitswelt mit dir teilen.

Beim vorletzten Beitrag Der offene Umgang mit seiner Krankheit ging es um den generellen Mut offen mit seiner Krankheit umzugehen. Bei mir hat dieses Vorgehen in meinem direkten Umfeld bei Familie, Freunde, Verwandte, Mitschüler und Kommilitonen immer gut getan, geholfen und einige Situationen aufgeklärt und Verständnis erzeugt. Gleichzeitig hat es auch gezeigt, wie schlecht die Leute über chronische Krankheiten, wie z.B. Morbus Crohn, informiert sind. Es ist immer direkt das Schlimmste oder direkt etwas ansteckendes. Dementsprechend sollte man neben der Offenheit auch immer ein stückweit Aufklärungsarbeit leisten und quasi "Botschafter" seiner Krankheit sein ;-)
Im beruflichen Kontext sieht es etwas anders aus, denn hier ist es nicht so einfach die richtige Entscheidung zu treffen, geschweige denn zu empfehlen. Ich bin ein Typ, der erst einmal Vertrauen zum Arbeitgeber und Arbeitskollegen aufbauen muss. Dann wähle ich gute Momente, um es zu kommunizieren. Am einfachsten war es in guten Phasen, quasi vorsorglich. Wenn mal kurzfristig eine schlechte Phase kam - hier spreche ich für mich nur von ein paar Tagen - habe ich diese dann als Anlass genommen und meine Situation erklärt. Mein Lieblingsanlass ist allerdings bei Firmenveranstaltungen :-) Ich wurde bzw. werde fast immer gefragt, warum ich denn keinen Alkohol trinke. Das ist für mich der beste Moment, um über mich und meine Krankheit aufzuklären (klar zu später Abendstunde macht das auch kein Sinn mehr ;-))
Also... bis dato war es bei mir nie ein Problem auf bzw. mit der Arbeit! Gerade wenn man einen guten Arbeitgeber und/oder Chef hat, braucht man sich keine Gedanken machen - so war es glücklicherweise bei mir immer der Fall.

Fakt ist, dass man seinem Arbeitgeber seine chronische Krankheit nicht mitteilen muss (siehe Chronische Krankheit des Arbeitnehmers - Arbeitgeber informieren?). Nichtsdestotrotz kann sowohl ein Nicht-Sagen, als auch ein Sagen Konsequenzen haben, die man sich bewusst machen sollte. Hier kann ich den Artikel Chronisch krank: Sag ich’s am Arbeitsplatz? der Apotheken Umschau empfehlen.
Es gibt aber auch viele weitere Hilfen und Anlaufstellen im Internet, die vor allem bei Unsicherheiten einen Blick wert sind:

Einige weitere Beispiele zum Umgang, den Herausforderungen und Hindernissen beim Einstieg in die Berufswelt mit einer chronischen Darmerkrankung findet man im Bauchredner Arbeitswelten mit chronischer Erkrankung 2/2022 des DCCVs:

  • Beispiele für Offenheit mit der Krankheit - niemals Aufgeben
  • Umschulung
  • Unterstützung
  • Bachelor of Laws -> Arbeiten im EU-Parlament
  • Doktortitel zu erreichen
  • Möglichkeit Beamter/Beamtin zu werden

Abschließend möchte ich noch sagen, dass vor allem eins gilt:

Man muss sich bei seiner Arbeit wohlfühlen und glücklich sein, ansonsten kann das negative Auswirkungen auf den Krankheitesverlauf.

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